26.08-25.09.2026 Brasilien 2

 

Am 25.08. nach dem Besuch der Iguazu Wasserfälle fahren wir am Nachmittag über die Grenze nach Paraguay. In der Grenzstadt Ciudad del Este finden wir mit Mühe einen ruhigen Ort mitten in der Nacht auf einem Abbruchplatz.

 

Wegfahrt vom Abbruchplatz relativ früh. Wir suchten die Geldwechsler auf, die wir am Vorabend nach dem Zoll bemerkt haben. Sie sitzen bequem auf ihren Stühlchen und warten am Strassenrand auf Kunden.

 

Dann ging es weiter durch langweilige weite Agrargebiete und gegen Abend erreichten wir Sete Quedas, die Grenzstadt Paraguay mit Brasilien. Auf der Seite von Paraguay fanden wir auf Brachland einen Übernachtungsplatz.

 

Am 27.August fuhren wir von Sete Quedas weg und ausserhalb der Stadt waren wir gemäss der Strassennummern in Brasilien. Wir fuhren durch weite Agrargegenden, auf schlechten, engen, löchrigen oder schlecht geflickten Strassen mit grossem Lastwagenverkehr. Wir mussten ab der Grenze 210 km nach Punta Porá fahren, um die Ausreise Paraguay und die Einreise Brasilien zu erledigen. Dank der App iOverlander fanden wir die Migration und den Zoll für beide Länder.
Nachdem Migration und Zoll erledigt waren, fuhren wir zum Camping Centro Oeste im Grünen. Wir blieben 2 Nächte auf diesem schönen Camping Platz und erledigten aufgeschobene Arbeiten. Dazu konnten wir uns entspannen und Vögel beobachten.

 

Am 29. August fuhren wir durch riesige Agrarflächen über Bella Vista zum Camping Seu Assis am Fluss Rio da Prata.

 

Beim Camping ist der Fluss verbreitert und sieht aus wie ein kleiner See. Hier kann man im Fluss problemlos in klarem Wasser baden, was wir auch sofort getan haben.

 

Am 30. August sind wir früh aufgestanden, da wir für die erste Tour im Park Buraco das Araras gebucht hatten. Ein junger Führer, der gut Englisch spricht, hat uns begleitet. Der Park ist eine private Vogelreserve. Darum ist er auch sehr gut gepflegt. In einer tiefen Doline, die tiefste auf der Erde, nisten sich die Papageien ein und legen in den Spalten der Wände ihre Eier. Dort sind sie sicher vor Feinden. Sie fliegen aus, wenn sie Nahrung brauchen. Sie sind wie die Schwäne. Papageien Paare bleiben treu ihr Leben lang zusammen. Die kleinen bleiben drei Jahre lang mit den Eltern. Blaue und Rote können sich zusammen paaren. Dann sind ihre Jungen kleine Bastarde mit beiden Farben. Ansonsten paaren sie sich nicht mit anderen Papageiensorten. Anschliessend sind wir weiter nach Bonito zum Camping Pousada do Peralta gefahren.

 

Der folgende Tag war für Wäsche und Einkauf und übrige Arbeiten vorgesehen. Da alles viel Zeit in Anspruch nahm, beschlossen wir nochmals eine Nacht auf dem Camping Pousada do Peralta zu bleiben.

 

Am 01. Sept sind wir gemütlich aufgestanden und nach dem Frühstück weitergefahren. Die ganze Nacht hatte es geregnet und dadurch war die Temperatur gesunken. Wir erreichten gegen Abend den Camping Refugio Canaa, ein abgelegener Ort an einem Fluss, wo wir schwimmen konnten.

 

Im Camping war eine gute Infrastruktur und zugleich ist es ein Vogelparadies mit blauen und roten Papageien.

 

Am folgenden Tag wurde es fast unerträglich heiss. Wir haben bei Salobra zu Mittag gegessen. Das Essen war wie üblich mittelmässig. Im Oel gebraten mit dunkler Kruste, Fleisch oder Kichererbsen in dunkelbrauner Sosse. Man brachte uns auch in Oel gebratenes Krokodilfleisch. Während der Fahrt auf dieser Strecke haben wir beim Überqueren einer Brücke einige Krokodile gesehen.

 

Unser Ziel war «Jungle Lodge» abgelegen an einem Fluss. Ein Hotel ohne Infrastruktur für Camper. Beim Empfang erklärte man uns, wir seien im Pantanal du Sud und darum sei der Preis, den wir überhöht fanden, gerechtfertigt.

 

Wir sind weggefahren und haben unweit, ein verlassenes Hotel mit ehemaliger Tankstelle gefunden, wo aber Leute hausen. Auf unsere Frage, ob wir da übernachten könnten, kam die Antwort kein Problem.

 

Am 03. Sept. haben wir diesen Ort, wo wir geschlafen haben, ohne gestört zu werden, früh verlassen. Die Temperatur war noch frisch und angenehm. Es ging weiter in Richtung Corumba, durch das südliche Pantonal, auf einer steinigen, holprigen Piste, genannt Estrada Parque do Pantanal. Während der mühsamen Fahrt sahen wir dafür recht abwechslungsreiche, wunderschöne Landschaften.

 

Auch sahen wir einige Tiere.

 

Gegen 15 Uhr erreichten wir die Teerstrasse und kurz darauf Corumba, wo wir auf das Schiff nach Porto Joffre verschiffen wollten.  Wir kamen einen Tag früher als das angesagte Datum, denn wir wollten in Corumba noch einiges erledigen und in erster Linie Wasser tanken. Im Hafengelände auf der Strasse haben wir die erste Nacht verbracht. 

 

Am 04. Sept haben wir vom Schiffsbesitzer und Kapitän, Relbert Costa erfahren, dass sein Frachtschiff eine Panne hat und repariert werden muss. Darum sei die Fahrt nach Porto Joffre vertagt. Ein anderer Schiffsbroker, den wir anfragten, erklärte dasselbe. Er hat uns dafür als Alternative seine Herberge empfohlen. Herbergen heissen in Brasilien Pousada. Im Pousada Refugio Cachindo sei es möglich zu campieren. Wir sind hingefahren, es gefiel uns und beschlossen bis zur Abfahrt des Frachters dort zu verweilen.

Die 1200 km Umweg bis zum Nordpantonal zu fahren haben wir wegen der erdrückenden Hitze sofort ausgeschlossen. Im Pousada hatten wir Wasser und Strom, sodass wir mit unserer Klimaanlage im Wohnteil einschlafen konnten, die wir bei tieferer Temperatur in der Nacht wieder ausschalteten.

 

Ab 05. Sept bis 11. Sept war Karl krank. Er musste erbrechen, hatte Schüttelfrost und zitterte so, dass er kein Glas halten konnte. Das Fieber stieg in der Nacht auf beinahe 41,8°. Der Campingbesitzer Hugo teilte uns mit, es gebe in Corumba einen Virus, Karls Zustand entspreche den in Corumba bekannten Symptomen und er half sofort mit seiner Reserve Antibiotika aus. Wegen Sonntag waren die Apotheken geschlossen. Hugo brachte uns am nächsten Tag sofort zum Arzt. Mit Antibiotika wurde Karl kuriert. Eine Blutentnahme in einer Klinik am 8. September bestätigte die Diagnose: Virus von Corumba, aber kein Covid. Am Nachmittag waren wir wieder beim Arzt. Die mehr dosierte Antibiotika und das Paracetamol wirkten. Karl war aber extrem schlapp und hatte Null Appetit. Am 11. Sept fing es an zu bessern. Das Fieber war gesunken und Karl fing an, etwas zu essen.

 

Der Arzt sagte, ab Sonntag dürfe Karl wieder Auto fahren, er rate aber ab, mit dem nächsten Schiff nach Porto Joffre zu verschiffen.  Wir änderten unsere Reiseroute. Nach Porta Porá, weiter nach Paraguay, via Argentinien.
Wir füllen den Wassertank und bereiteten uns auf die Abfahrt am kommenden Sonntag vor.


Am Sonntag, 13. Sept erledigen wir vor Abfahrt noch einige Einkäufe. Wir verliessen Corumba gegen 11 Uhr bei strömendem Regen. Vor der Brücke «Ponte Nossa Senhora do Pantonal» über den Paraguay Fluss 80 km südlich von Corumba , gerieten wir in den Stau von gut 2 Stunden Wartezeit. Wir dachten, es sei ein Unfall passiert, aber es stellte sich heraus, dass die ca. 1 km lange Brücke renoviert wird und darum nur einspurig befahrbar ist. Alle 45 Min wird die Fahrrichtung gewechselt. Dies könnte ein Dauerzustand sein…

 

Wir haben eine Adresse von Nadir, der Bootstouren anbietet für Jaguar und andere Wildtier Beobachtungen im Südpantonal. Mit ihm organisierten wir für den nächsten Morgen eine dreistündige Flussfahrt. Übernachten konnten wir direkt am Fluss Miranda, von wo das Boot starten wird.

Am 14. Sept erscheint Nadir pünktlich um 8 Uhr mit seiner Bootsausrüstung und streckt uns die Schwimmwesten entgegen. Wir haben vor allem Vögel, Kaiman und Capybara gesehen. Der Jaguar hat sich nicht gezeigt.

 

Nach dem Mittagessen, zu dem wir Nadir eingeladen haben, sind wir weitergefahren.  Bei Nachteinbruch landeten wir unweit Jardin auf einem geernteten Maisfeld.

 

Am 15. Sept erwacht Karl früh. Seine Lebensgeister sind zurück. Er sagt, wir haben genug Tage für Brasilien, lasst uns zurückfahren nach Corumba. Mein Wunsch ist die drei Tage mit dem Ponton nach Porto Joffre zu verschiffen und dort an einer Jaguar Tour teilzunehmen. Wir fahren die 650 Km zurück. Über gute und miserable Strassen. In Bonito finden wir eine Bank mit ATM um Geld herauszulassen. Wir fahren den ganzen Tag. Am Abend bei Dämmerung geraten wir wieder in den Brücken Stau. Diesmal nur eine Stunde Wartezeit und nach der Brücke finden wir bei Dunkelheit einen Platz bei einer Tankstelle.

 

Am folgenden Tag fahren wir noch die letzten 75 Km bis Corumba. Wir finden eine Autowasch Anlage, wo zwei Kolumbianer den Camper sehr gründlich waschen. Kurz nach Mittag kommen wir in unserem bekannten Camping Pousada do Cochimbo an.

 

Am 17. Sept schwimmen wir im Pool, anschliessend Frühstück. Karl machte Kontrolle und Wartungsdienst am Camper. Um 14 Uhr haben wir den Pousada do Cachindo verlassen, um zum Treffpunkt des Pontons zu fahren. Die Mannschaft zimmerte einen Steg mit 2 Holzplanken zusammen, die mit Tau zusammengebunden wurden. Wir waren erstaunt, dass kein ordentlicher Steg vorhanden war, aber es funktionierte. Alle sechs Wohnmobile wurden dicht aneinander verladen. Anschliessend wurde unser Ponton mit einem zweiten Ponton an das Frachtschiff befestigt.

Um 18 Uhr fuhren wir dann los. Malzeiten wurden in der Küche vom Motorschiff in riesigen Portionen geboten. Dort holten wir sie ab und brachten sie in den Camper, um sie dort zu essen.

 

Am folgenden Tag standen wir früh auf und bewunderten auf dem Frachtschiff den Sonnenaufgang vor dem bereit gestellten Frühstück auf dem Heck des Frachters.  Etwas später wurde das Ponton mit unseren Wohnmobilen abgehängt und an einem Baum befestigt.

 

Das Motorschiff fuhr mit dem Frachtponton weiter, um seine Fracht bei einem Empfänger auszuladen. Dort wurden 2000 Liter Diesel und ungefähr eine Tonne Samen abgeladen. Wir waren total drei Stunden unterwegs bis wir wieder zurück beim Ponton der Fahrzeuge waren.

 

Am 19. Sept waren wir den ganzen Tag auf dem Fluss unterwegs. Bei Dunkelheit haben wir bei «Porto Ze Viana» angelegt. Abgeladen wurde wegen Dunkelheit erst am nächsten Morgen.  

 

Am Sonntag ab 6 Uhr wurde das Frachtgut in Porto Ze Viana ausgeladen. Es wurden 3000 Liter Diesel, ungefähr 2 Tonnen Saatgut und 2 grosse Reifen für Traktoren ausgeladen. Zusätzlich kam Haushalt Umzug mit Bett, Matratze, Tisch, Stühle, Gefrierschrank mit vielen Kartons und sonstiges.

Als alles abgeladen war, wurde das Ponton das die Fracht transportierte abgehängt und zurückgelassen. Die Ankunft mit Fahrzeug Ausladen in Porto Joffre war für 16 Uhr angesagt, aber es war in der Tat schon 19 Uhr und Nacht.

Wir haben die Organisatorin für die Jaguar Tour beim Ausladeort noch getroffen und für die Tour bezahlt. Übernachtet haben wir direkt beim Flughafen ein paar Schritte weiter als der Ausladeort.

 

Am Montag 21. Sept hat die Jaguar Tour um 7 Uhr begonnen. Wir waren mit zwei weiteren Ehepaaren auf unserem Boot, die wir vorher auf der Fahrt von Corumba bis Porto Joffre kennen gelernt haben. Der Preis fiel, weil wir zu sechst waren, relativ günstig aus mit Fr. 75.- pro Person. Wir sahen insgesamt sechs Jaguar Tiere, einige an Land, andere im Fluss schwimmend oder faul auf Bäumen hangend. Die Tour war sehr interessant, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben viele Bilder als Andenken mitgenommen.

Verschiedene Einzelbilder – Touristen, Natur, Kaiman, Capybara, Vögel

 

Vier verschiedene Jaguare, die andern zwei waren schlecht sichtbar

 

Die Nacht haben wir nach Porto Joffre im Wald verbracht.

 

Am Dienstag 22. September fuhren wir auf die berühmte Transpantaneira mit den Holzbrücken die früher in schlechtem Zustand waren. Die meisten Holzbrücken sind heute gut unterhalten oder wurden durch Betonbrücken ersetzt. Auf den ersten schätzungsweise 60 km ist die Strecke sehr schön. Viel Natur und vor allem viele Vögel. Wir fuhren über eine holprige Wellblech Piste mit 84 Holzbrücken bis zum Camping UeSo Pantanal.

 

Am 23. Sept blieben wir den ganzen Tag auf dem Camping UeSo Pantonal, da Karl die Homepage Brasilien Teil 1 unbedingt fertig stellen wollte.

Im UeSo Pantanal gibt es viele Tiere, worunter Capybara, Kaimane, Pferde und Vögel aller Art und Farben. Der Ort wird vom Zürcher Zoo unterstützt. Auf einer Tafel am Anfang der Zufahrtstrasse steht «gesponsert». Im UeSo Camping haben wir wieder unsere Panter Tour Kumpel getroffen, die auch mit uns mit dem Frachter von Corumba nach Porto Joffre gereist sind.

 

Am 24. Sept sind wir sehr früh aufgestanden. Start um 5 Uhr, um mit einem Guide den Sonnenaufgang auf dem Aussichtsturm zu betrachten. Der Guide spricht Schweizer Dialekt, denn er ist in der Schweiz geboren. Es ging hinter dem Camping durch den Wald zu einem 17 Meter hohen Aussichtsturm aus Holz. Ganz oben hatten wir einen Blick in die unbewohnte Urwald Ferne mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Nach der Rückkehr durften wir im Restaurant frühstücken. Es gab eine reiche Auswahl. Wir wollten dafür bezahlen, doch der Verantwortliche lehnte ab.

 

Nach Wassertanken verliessen wir den Campingplatz. Wir sind weiter auf staubiger holpriger Piste Richtung Norden gefahren. Bis wir die nördliche Einfahrt der «Transpantaneira» erreichten, haben wir 97 Brücken gezählt.

 

Die Sandpiste mündete nach ungefähr 10 km in eine neue Asphaltstrasse. Der Verkehr nahm zu und die Temperatur stieg enorm. In Poconé haben wir zu Mittag gegessen. Gegen 18 Uhr erreichten wir Caceres, wo wir bei dem Fussballplatz einen Übernachtungsplatz fanden.

 

Am 25. Sept. erledigten wir am Morgen die Ausreiseformalitäten von Brasilien. Anschliessend konnten wir mit Hilfe von Brasilianern zwei Kanister, (Galåo) aus Kunststoff für je 50 Liter Diesel kaufen, die noch gefüllt worden sind. In Bolivien gibt es bekanntlich Probleme, um Diesel zu tanken oder nur auf dem Schwarzmarkt zu Preisen viel höher als in Europa erhältlich ist. Nach Einkauf und tanken ging es auf guter Strasse in Richtung Bolivien.

 

An der Grenze gab es zwei kurze Militär Kontrollen. Dann ging es weiter bis San Matias. Dort erledigten wir problemlos die Immigration und Zollkontrolle von Bolivien

Was wir in Bolivien erleben könnt ihr im nächsten Bericht lesen.

 

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