Am Sonntag, 02.08. fuhren wir die 30 km bis Chuy zum Ausreisezoll Uruguay der schnell erledigt war. Chuy ist Freihandelszone und die Grenze geht mitten durch die Stadt. Die Hauptstrasse ist geteilt: eine Seite der Hauptstrasse gehört zu Uruguay, und heisst Avenida de Brasil, die andere gehört zu Brasilien und heisst Avenda Uruguay. Dazwischen ist alles Parkplatz. Chuy ist ein Einkaufsziel vor allem für Leute aus Uruguay, da alles Zollfrei und viel billiger ist als in Uruguay. Läden gibt es jede Menge mit grosser Auslese aus China.
Es war Sonntag und wir wollten eine SIM kaufen. Wir fanden heraus, dass man eine Sim in einer Apotheke bekommt. In einer kauften wir eine, aber installieren konnte sie niemand. Dazu braucht es einen speziellen Code, der in brasilianischen Pässen steht.
Darum sind wir am 03.August 20 Km weiter nach Santa Vitoria do Palmar zu Vivo gefahren, um das Problem zu lösen. Die SIM funktionierte. Am 03. bis 04. August standen wir auf einem Stellplatz, wo Karl die Homepage Uruguay beenden konnte.
Am 05. August bemerkten wir, dass die SIM nicht mehr funktionierte, da Susanne das Handy in der Nacht abgestellt hat. Zurück zum Händler, der nach verschiedenen Versuchen eine e-Sim installiert und das Problem lösen konnte, aber es hat uns 3 Tage gekostet.
Nach dem Mittagessen wollten wir die Sandstrecke Chuy-Rio Grande befahren. Dies ist weltweit die längste Sandstrecke direkt dem Meer entlang über 230km. Auf der Strecke muss Ebbe – Flut beachtet werden und bei Südwind ist die Flut höher. Es gibt dort 30 kleinere und grössere Flüsse, die ins Meer münden. An diesen Stellen muss man ins Meer fahren, um den Strömen auszuweichen, denn die Flusskanten 20-40 cm sind dort steil abgebrochen. Relativ spät hatten wir den schwierigsten Teil, die ersten 20 Km der Sandstrecke, hinter uns und haben zum Glück einen geeigneten Nachtplatz gefunden
Am 06. August brachen früher als üblich auf, denn das Wetter war gut, doch mein Barometer zeigte extrem schlechtes Wetter an. Unterwegs hat uns auch ein Fischer gewarnt, man erwarte am Nachmitttag und in der nächsten Nacht ein grosses Unwetter mit Tornado. Darum entschied ich ohne Pause auch bei Flut durchzufahren. Die Fahrt wurde zusehends interessanter und die Fluss Durchfahrten wurden weniger zahlreich. Wir sahen so viele Seehunde, mal tote, mal lebendige, die auf unserer Piste schliefen, den Kopf hoben oder eilig davonwatschelten. Um 17 Uhr erreichten wir bei starkem Wind die Vorstadt Cassino bei Rio Grande und fanden dort im Zentrum einen Stellplatz. Abends ab 19 Uhr war extrem Regen und Sturm. Unser Entscheid erwies sich als richtig.
Den ganzen Tag blieben wir in der Vorstadt. Das Wichtigste war eine gute Reinigung unten und aussen an unserem Baer Fahrzeug, belegt von Salz wegen der Meerfahrt. Ausserdem erledigten wir verschiedene Arbeiten. Abendessen in einem schönen Restaurant mit Rindfleisch von Grill.
Am folgenden Tag füllten wir unseren Wassertank und fuhren anschliessen zur Mole. Die Eisenbahn auf der Mole ist leider nicht mehr in Betrieb.
Anschliessend Weiterfahrt zur Fähre von Rio Grande nach San José do Norte. Auf der Fähre trafen wir Jens und Ute mit ihrem Feuerwehrfahrzeug. Die zwei hatten wir auf dem Paraiso Suizo Camping kennen gelernt.
Zusammen sind wir nach Ausladen zu einem Camping «Aguamansa» gefahren. Er liegt an der Lagune, ein schöner Ort doch mit spärlicher Ausrüstung. Der Sonnen Untergang war aussergewöhnlich schön!
Am 09. August verliessen Camping Aguamansa und fuhren weiter der Halbinsel entlang. Gegen Abend erreichten wir das Städtchen Mostardas, wo wir mitten in der Stadt hinter dem Tourismusbüro eine ruhige Nacht verbracht haben.
Am folgenden Tag ging es weiter nordwärts auf der Halbinsel. Wir fuhren eine Piste nach Dunas Palmare do Sul. Wir sahen einen Wald mit grossen Tannenbäumen, an denen Säcke hingen offensichtlich für Harz. In Palmares haben wir zu Mittag gegessen, lächerlich billig. Das Essen war so reichhaltig, dass wir die Hälfte mitnahmen. Der Wirt hat uns dazu noch Salat für die Reise gebracht.
Am Nachmittag fuhren wir weiter und erreichten am Atlantik einen Sommer Residenz Ort, mit netten Häusern, die zur jetzigen Zeit spärlich bewohnt sind. Direkt über dem Strand fanden wir einen Nachtplatz mit einigermassen Internet.
Am 11. August bemerkte ich, dass ein Wasseranschluss nicht dicht war. Nach der Reparatur fuhren wir weiter und erreichten Tramondaidt. Es ging durch üppige Landschaften und es regnete sehr oft. Gegen Abend erreichten wir Toroouilhina. Wir fanden dort einen ruhigen Stellplatz. Über eine schmale Fussgänger Brücke über den Fluss befand man sich direkt in der Stadtmitte.
Am folgenden Tag erwachten wir bei strömendem Regen, der uns den ganzen Tag begleitete.
Bald ging es über Serpentinen in einer üppigen Vegetation bergwärts. Diese schöne Motorradstrecke, Rio do Rastro genannt, sind wir leider bei Regenwetter gefahren.
Wir erreichten eine Art Hochplateau, wo wir in einem Restaurant ein ebenso üppiges Essen serviert bekamen. Alle waren äusserst freundlich und besorgt, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Nach der Stadt Urobici fanden wir einen Nachtplatz auf einer Anhöhe vor einer Kirche. Santuario Bom Retiro Santa Catarina. Dort erlaubte uns der Mesmer zu übernachten.
Am folgenden Morgen war wieder strömender Regen. Es ging weiter nach Fioriapolis. Trotz schlechtem Wetter spazierten wir noch etwas in der Stadt herum.
Es ging wieder weiter über enge Strassen die Küste entlang. Die Strasse wurde immer enger ohne Aussicht auf einen Übernachtungsplatz. Bei Nachteinbruch sind wir in eine Sackgasse geraten vor einem Restaurant namens Posto da A Sanbaqui. Wir fragten den Restaurant Besitzer, ob wir vor dem Restaurant übernachten dürfen nach Nachessen beim ihm. Er willigte ein. Wir hatten ein fantastisches Nachessen mit frischem Fisch, nicht aus der Tiefkühltruhe, wie meistens. Das Essen war gastromimisch und dazu viel billiger als wir dachten.
Am folgenden Tag verliessen wir den schönen ruhigen Platz vor dem Restaurant bei strömendem Regen. Wir sind durch Itapema gefahren und anschliessend der Küste entlang.
Wir assen an der Küste in einem touristischen Restaurant. Sie zeigten uns seinen Fisch mit der Behauptung, er sei ganz frisch. Doch der Fisch stellte sich beim Essen heraus als nicht frisch. Das Touristenrestaurant verlangte dafür das doppelte als der Wirt von gestern Abend im Restaurant in der Sachgasse: Posto da A in Sanbaqui
Wir erreichten Blumenau, bekannt als deutscher Ort, doch deutsch sprechen dort nur wenige. Im Centro Cultural parkierten wir für einen relativ normalen Preis.
Zum Nachtessen hat Susanne frische Crevetten gemacht. Super gut
Das Kulturzentrum existiert für Anlässe, Tanz und Musik. Getanzt wurde in Lederhosen Schuhplattler, normale Volkstänze und Tänze mit Kindern. Der Nachwuchs wird gepflegt und gefördert. Das Zentrum ist jedoch sehr gut gelegen, unweit des Stadtzentrums, umringt von Vegetation.
Am 15. August, Maria Himmelfahrt waren wir in der Messe in der Kathedrale. Die Kathedrale war voll und der Priester sehr mitreissend mit seiner Art sich an die Gläubigen zu wenden. Alle Männer holten bei ihm eine rote Rose für ihre Frau, denn es war zusätzlich das Fest der Heiligen Familie. Darnach segnete der Priester die Ehepaare.
Am Sonntag wollten wir wegfahren, aber Karl war entschlossen den Starlink in Betrieb zu bringen. Es war erfolglos, denn die Registration verlangt einen CPF, der in brasilianischen Pässen steht. Für uns Ausländer praktisch unmöglich.
Am Montag haben wir das Kulturzentrum verlassen, um wie im Internet vermerkt, beim Steueramt das CPF zu beantragen. Die Mitarbeiter versprachen uns zu helfen und füllten einige Formulare aus, die wir unterschreiben mussten. Uns wurde versprochen, dass wir per mail das CPF erhalten werden. Wir haben es bis heute nicht!
Wir fuhren weiter, kamen durch üppige Landschaften und erreichten einen Lastwagen Parkplatz, wo wir übernachteten.
Am nächsten Morgen füllten wir unseren Wassertank auf dem Parkplatz. Wegen Mangel an Druck brauchte es mehr als eine Stunde, um die fehlenden 150 Liter in den Tank zu füllen. Anschliessend fuhren wir weiter von Postos Serrano Municipio Curitibanos. Eine grüne Landwirtschaft Gegend.
Wir wollten eine Abkürzung fahren nach geografischer Karte, aber wir verirrten uns, denn ohne Strassenangaben waren wir verloren. Ein freundlicher Brasilianer brachte uns auf den richtigen Weg. Wir wollen die verlorene Zeit einholen, doch die Nacht nicht die Zeit holte uns ein. Spät erreichten wir einen Ort unweit der Hauptstrasse und parkierten vor der ersten Werkstadt, um zu übernachten.
Am 19. August regnet wieder in Strömen. Wir haben das Bauerndorf Pinhalzinha im Schlamm verlassen. Auf guter Strasse erreichten wir bald Erechim. Anschliessend Weiterfahrt nach Planalto wo wir die Grotten mit Ametist mit einer Führung besichtigt haben.
Vor Nacheinbruch haben wir hinter dem Fussballplatz von Visto Allegre unweit von der Stadt Frederico Westfalen ein gutes Versteck für die Nacht gefunden.
Am 20. August erreichten wir den Grenzort Porto International do Suberbo. Dies ist der Grenzort Brasilien – Argentinien. Auf der Seite von Brasilien gibt es keinen Zoll. Mit der Fähre über den Fluss und wir sind in Argentinien mit einer kurzen problemlosen Zollkontrolle.
Für die Nacht parkierten wir in El Soberbio beim im nächsten Camping Mario.
Am 20 und 21. August versuchten wir wieder eine Sim zu installieren, da ein Händler versprochen hatte, es sei kein Problem. Ohne Erfolg und am 21. August am Morgen gab es der Sim Karten Verkäufer auf. Gleichzeitig hatten wir diese Tage auch versucht mit Hilfe vom Sohn des Campingplatz Besitzer Starlink zu installieren, ebenfalls ohne Erfolg. Es erschien uns als Quadratur des Kreises.
Am 21.August am Morgen schlenderten wir in El Soberbio herum und Susanne schickte Karl zum Frisör und Barbiere. Anschliessen haben wir in der Nähe des Zolls in einem Restaurant zu Mittag gegessen, wo wir Internet Empfang hatten. Plötzlich sah Karl ein e mail vom Starlink Support, den ich schon mehrmals angeschrieben hatte, doch bis dahin ohne Antwort. Sofort kehrten wir nach dem Essen zum Camping zurück und steckten die französische SIM von Susanne ins Telefon und telefonierten der angegebenen Nummer in Deutschland. Effektiv antwortete eine männliche Stimme vom Starlink Support in perfektem Deutsch. Sein Supportstandort war in Argentinien. Er wusste genau wie installieren und wie gewisse Probleme direkt auf dem Server lösen. Nach einer guten Stunde funktionierte Starlink wie vorgesehen. Seit diesem Tag funktioniert Starlink einwandfrei. Wir werden sehen wie es genau herauskommt in Zusammenhang mit den neuen harten Bestimmungen von maximal 30 Tagen ausserhalb des Anmeldelandes für uns Argentinien. Dies wird sich in einem Monat ausserhalb von Argentinien erweisen.
Am 22. August füllten wir Trinkwasser auf und verliessen anschliessend den Camping Richtung San Ignacio. Die Stadt hat die historischen Ruinen der Jesuitenreduktion von San Ignacio Miní, die 1984 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden.
Am 23. August fuhren wir zu den Iguazu Wasserfällen auf der argentinischen Seite. Da wir erst nach 16 Uhr beim Parkeingang ankamen, erhielten wir noch einige Auskünfte zum Jahrespass aller Pärke in Argentinien. Daraufhin mussten wir in die Stadt Porto Iguazu auf einen Stellplatz mitten in der Stadt, denn der Parkplatz bei den Wasserfällen war ausgeschlossen. In der Stadt blieb Karl Zeit, aum den Jahrespass für alle Kultur Park von Argentinien via Internet herunterzuladen.
Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir morgens 8 Uhr zum Eingang zu den Wasserfällen. Wir waren die ersten Besucher, die sich in den Zug zu diesen Wasserfällen setzten. Drei Stunden sind wir gelaufen, es ging rauf und runter. Wir wurden nicht müde, das Wasserschauspiel von verschiedenen Seiten zu bewundern. Es ist einzigartig. Man bleibt sprachlos und hält den Atem an.
Wir fuhren am Nachmittag weiter und kamen problemlos über die Grenze von Argentinien nach Brasilien. Nach dem Grenzübergang erreichten wir die Wasserfälle und übernachteten im Camping unweit des Eingangs zu den Wasserfällen.
Am 25. August waren wir nach 10 Minuten Fussweg vom Camping beim Eingang. Wir fuhren mit einem der ersten Autobusse zu den Fällen. 3 Stunden liefen wir den Weg entlang, um die Fälle von allen Seiten zu fotografieren.
Dann stiegen wir in ein Gummi Boot möglichst gut gegen Wasser geschützt. Diese Tour fährt ganz nahe zu den Wasserfällen heran. Man gerät sogar unter einen Wasserfall als Höhepunkt der Wassertour. Man wird pudelnass und kann nur mit einer wasserdichten Kamera fotografieren.
Nach total 5 Stunden kehrten wir mit durchnässten Kleidern zurück zum Camping. Mit trockenen Kleidern fuhren weiter Richtung Paraguay und anschliessend nach Brasilien zum Pantonal. Was wir dort erleben, könnt ihr im nächsten Reisebericht lesen.


