20. Juni 2015 – 15. Juli 2015

Gesamtstrecke: 3776.09 km
Maximale Höhe: 1693 m
Minimale Höhe: -73 m

 

Durch den Norden Kanadas: Yukon (YT) und Northwest Territories (NWT)

In Watson Lake /Yukon Territory = YT (CANADA), wo wir den letzten Reisebericht für Euch fertig gestellt und frei geschaltet haben, gibt es ja den berühmten Schilderwald. Bereits vor 40 Jahren war da eine bescheidene Sammlung von Nummern- und Ortsschildern vorhanden – heute kann man das als wirklichen „Wald“ bezeichnen, in dem man richtig spazieren gehen kann!

Nach verschiedenen Erledigungen in Watson Lake /Yukon Territory = YT (CANADA) fuhren wir am 21. Juni weiter Richtung Nordwesten auf dem sog. „Alaska Highway“. Dieser erstreckt sich hier über Hunderte von Kilometern Richtung Nordwesten durch hügelige Landschaft, aber ohne speziellen Reiz.

Wie wir Euch im letzten Begleitmail vom 20. Juni schrieben, absolvierten wir inzwischen den zweiten Kurz- und Vorabausflug nach Alaska, nämlich via Teslin/YTCarcross/YT über den White Pass nach Skagway /Alaska /USA. Vorher war noch ein ungeplanter Abstecher nach Whitehorse /YT notwenig, um bei einem Tierarzt ein Gesundheitszeugis für Larissa für die Fähr-Ueberfahrt von Skagway nach Haines /USA zu beantragen, wie das im Internet verlangt wurde. Natürlich mussten wir aber dieses Attest nicht vorweisen … – wehe aber, wir hätten es nicht gehabt!

Auf dieser oben erwähnten Strecke schalteten wir in Carcross /YT einen kurzen Halt ein, um zuerst den smaragdgrünen See „Emerald Lake“ zu bewundern.

Anschliessend besuchten wir ein Touristen-Zentrum um den Schlittenhunden zuzusehen, wie sie sich total wild gebärdeten, sobald sie vor einen Wagen gespannt wurden. Sie drehten jeweils vor Renn- und Zuglust fast durch, bis sie endlich durchstarten durften. Auf dem Gefährt konnten Touristen mitfahren, und zuhinterst auf dem kleinen Wagen leitete ein „Musher“ die Hunde an. So ein „Fuhrwerk“ umfasste 6 – 8 Hunde im Zweiergespann.

Im Hohen Norden spielt dieses „Verkehrsmittel“ im Winter eine extrem wichtige Rolle.

Von propagierten Welpen waren nur zwei zu sehen – total herzige Hundekinder, die „hundemüde“ in einer Ecke schliefen. Sie und zwei erwachsene Hunde sind wohl die „Streicheltiere“ des Unternehmens – sie waren sehr zutraulich und nahmen bereitwillig Streicheleinheiten der Besucher entgegen. Diese Tiere waren dem Aussehen nach keine typischen Huskies oder Malamut-Hunde, sondern hatten eher fast das Aussehen von Mischlingen mit Koyoten- oder Wolfseinschlägen. Auffallend waren die stark entwickelten grossen Pfoten im Verhältnis zur schlanken, eleganten Statur (fast zu mager) der Tiere. Die gesamte Hundeanlage überzeugte uns nicht so richtig, da zu ungepflegt.


Eine weitere kleine Attraktion der Carcross-Gegend ist eine Mini-Wüste, die kleinste der Welt mit richtigem Sand und Dünen.

Oft konnte es tagsüber recht warm bis drückend werden, abends prasselte dann manchmal ein Gewitter nieder, und es kühlte empfindlich ab. Trotzdem war manchmal nach dem Regenguss noch ein Grillfeuer möglich.

An einem gewitterfreien Abend amüsierten wir uns köstlich ob der vielen „Squirrels“ = kleine Eichhörnchen. Sie waren recht zutraulich und scheuten auch Larissa’s Gebell nicht. Wir hatten unsere übliche heisse Teepfanne draussen zum Verkühlen auf dem Holztisch. Mit Spannung beobachteten wir, wie diese Tierchen erst um die Pfanne herum hüpften und sie beschnupperten. Plötzlich stand eines am Pfannenrand hoch und begann, vom gesüssten Tee zu nippen, ein anderes sprang auf den Pfannenstil und trank von dort. Das fanden wir sooo lustig:

Auch legten wir ihnen Nüsschen auf den Picknick-Tisch, die auch prompt abgeholt oder gleich geknabbert wurden.

Unter oft lautem Gezeter verschwanden sie in ihren Erdlöchern, um sich dann plötzlich wieder vorsichtig heraus zu wagen. So verging der Abend, und um Mitternacht sassen wir noch immer im taghellen Freien.

Wegen der langen Abende fallen die Nächte oft zu kurz aus, was wir dann tagsüber unangenehm merken! Allen Reisenden geht es ähnlich. So lange es hell ist, bleibt der Schlafreiz einfach aus, und man merkt nicht, wie spät es bereits ist, z.B. Sonnenuntergang je nach nördlicher Breite nach Mitternacht, aber es bleibt trotzdem hell.

Langsam veränderte sich die Gegend nach Süden, es wurde felsig und die Vegetation eher karg: wir näherten uns dem „White Pass“ (immer noch Kanada). Die Strasse ging steil bergan, alpines Landschaftsbild mit zackigen Bergspitzen im Hintergrund. Links und rechts ragen steile felsige Wände in die Höhe, zuoberst liegt oft noch Schnee. Zahlreiche Wasserfälle stürzen sich senkrecht in die Tiefe. Die Passhöhe liegt nur auf ca. 1000 m ü M trotzdem fehlen einige Schneeresten nicht.

Nicht ganz ohne Nervosität verliessen wir (für 2 Tage) Kanada und gelangten zum US-Zoll, Skagway /Alaska = AK / U S A.

Hier ging es darum, ob wir wiedereine 6-monatige Reisebewilligung für die USA erhalten nach so kurzer Zeit, denn immerhin waren erst knappe 6 Wochen vergangen, seit wir USA nach Ablauf unserer ersten 6-monatigen Aufenthalts-Bewilligung verlassen hatten.

Wir trafen auf einen aufgestellten und lockeren Zöllner, und ohne Diskussionen und Fragen erteilte er uns eine weitere Aufenthaltsbewilligung von 6 Monaten in den USA, gültig bis und mit präzise 24.Dezember 2015! So sind wir einfach unabhängig und können zwischen Kanada und USA frei ein- und ausreisen, je nach Reiseroute.

Skagway/ AK selber ist ein sehr touristischer kleinerer Ort, der aber vorwiegend aus Juwelier-Geschäften besteht.

Unter dem Eindruck des Goldrausches in dieser Gegend gegen Ende des 19. Jahrhunderts scheinen die Besucher wohl geneigt und motiviert zu sein, Schmuck aus Edelmetall zu kaufen. Die meisten Gäste überschwemmen das kleine Städtchen von Kreuzfahrtschiffen her, die oft im Hafen von Skagway anlegen.

Eine Eisenbahnlinie im Tal wurde von Whitehorse (Canada) nach Skagway (Alaska) im Jahre 1900 fertig gestellt, v.a. im Zusammenhang mit dem Chilcoot-Goldrush in dieser Gegend. Heute läuft dieser historische und touristische Zug noch zwischen Skagway /USA und hinauf zur kanadischen Grenze mitten in den White Pass – Bergen. Von da her bis nach Whitehorse (Canada) oder umgekehrt verkehren Busse, die unter anderem auch das oben erwähnte touristische Carcross (Canada) besuchen.

Die Fährenfahrt ab Skagway /AK nach Haines/AK führt südwärts den Fjord hinunter auf die andere Talseite. Die Fahrt wäre bei schönem Wetter ein Traum, bei uns hingen die Wolken recht tief und liessen die Landschaft grau erscheinen, der Fjord war richtig hellgrünlich. Immerhin regnete es aber nicht, und der Hof-Fotograf konnte im Freien wirken!!

Obwohl Haines/AK mehr Einwohner hat als Skagway, erscheint diese kleine und auch isolierte Stadt wie ausgestorben und etwas trostlos, und es gibt da auch nicht viel Gescheites zu kaufen. Auch da stand ein Kreuzfahrtschiff im Hafen.

Auf der nun folgenden Strecke wieder nach Norden waren wir enttäuscht, keine Tiere zu sehen, wie uns eigentlich von anderen Reisenden erzählt wurde. Auch hingen die grauen Wolken weiterhin tief und verschleierten markante Schnee- und andere Berge

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Bald schon reisten wir wieder in Canada ein. Dann begann der Chilkat-Pass, ein breites, hügeliges und alpines Hochtal, ca. 1000 m.ü.M.. Ab ca. 800 m.ü.M. nimmt der Baumbestand in dieser nördlichen Breite rasch ab, und die Sicht rund herum wird befreiend mal ganz ohne Bäume! Markante Zick-Zack-Berge, wie z.B. diese „3 Guardsmen“ (3 Wächter) kann der Reisende kaum übersehen.

Via Haines Junction/YT (wieder in Canada) erreichten wir das 2.Mal Whitehorse/YT, ein bedeutendes Zentrum des Yukons (Internet, Einkaufen, Tanken, Wasser auffüllen). Hier erlaubt der Supermarkt „Walmart“ das Campieren offiziell in einer bestimmten Ecke des Platzes. Der halbe Platz füllt sich auf den Abend, wie auf einem Campingplatz sieht’s da in der Reisesaison aus:

Immer mal wieder treffen wir Schweizer Reisende, entweder mit ihren eigenen Fahrzeugen, meist aber mit gemieteten Wohnmobilen, PKWs, Motorrädern oder in einer organisierten Reisegruppe. Sie kommen dann auf uns zu, denn unser Schweizer-Kreuz sticht ja wohl jedem richtigen Eidgenossen in die Augen! Deutsche Wohnmobile, die offensichtlich auch über den Ozean geschifft wurden, kreuzen wir hie und da auf der Strasse, und dann werden Presslufthörner laut und Lichthupen aktiv!

Von Whitehorse/YT fuhren wir nordwestwärts auf dem Klondike-Highway Richtung Dawson City /YT, selbstverständlich nicht direkt, sondern wieder mit „Schleifen“ ins Abseits. Da haben uns folgende Ausblicke auf den Yukon-River total fasziniert:

Unser „Schwenker“ hier führte uns nach Osten auf den sog. „Silver Trail“. Ab der Abzweigung gelangt man nach ca. 50 km nach Mayo /YT, ein ehemaliger Umschlagplatz der silberhaltigen Erzlieferungen von Keno her.

Hier wurden sie auf dem Yukon River nach Whitehorse verschifft. Mayo ist heute eine kleine verlassene und etwas trostlose Siedlung mit verstreuten Häusern, aber einem Hotel.

Wir campten im zum Ort gehörenden McIntyre-Park direkt am Mayo-Fluss. Vor dem Zubettgehen entdeckten wir da in einiger Entfernung eine Elchkuh, die mit ihrem Jungen langsam durch den Mayo-Bach watete. Bis der Photoapparat betriebsbereit war, waren die Beiden leider bereits in den Bäumen verschwunden.

Bei strömendem Regen fuhren wir am andern Tag ans Ende dieser Naturstrasse, via Elsa /YT nach Keno /YT. Dort leben noch weniger Leute (ca. 20 Menschen!), aber es gibt ein „Miners Museum“, das mit Bildern und Werkzeugen etwas Einblick vermittelt in die damaligen strengen und gefährlichen Arbeitsmethoden.

Die kleine Kirche wurde inzwischen zum öffentlichen Leseraum umfunktioniert:

In Elsa sowie in Keno scheint es immer noch kleinere aktive Silbervorkommen zu geben, den Zufahrts-Verbotstafeln nach zu schliessen.

Vom Keno-Hill aus wäre eine traumhafte Aussicht zu bewundern, doch auch hier verhinderten Regen und Nebel jegliche Nah- und Weitsicht.

Erst kurz vor Dawson City /YT hörte der Regen langsam auf, und beim Eintreffen in dieser ehemaligen wichtigen Goldgräber-Stadt drückte gar die Sonne durch die Wolken.

Auffällig sind lang gestreckte Kieshügel (fast wie Dünenzüge) bei der Einfahrt in diese Stadt von Süden her. Dies sind die unverkennbaren Spuren der sehr aktiven Goldgräberei (Klondike Goldrush) zu Beginn und im Laufe des 20. Jahrhunderts.

Auch heute sollen noch kleinere Minen aktiv sein, doch heutzutage ist der Touristenrummel von überall her viel lebendiger und wohl einträglicher als das Graben nach und Waschen von goldhaltigem Gestein.

Wiederum war unser Auto bis fast zum Dach braun verkrustet. Mit den Lehmpisten und immer mal wieder Regen scheint das hier üblich zu sein. Nicht nur touristische, auch einheimische Autos sind vorwiegend nur noch braun-schwarz, inkl. Scheiben. Es gibt Autowasch-Anlagen, doch allzu oft lohnt es sich nicht, diese zu benützen, ausser die Wettervorhersage lautet auf trockenes Wetter für die nächsten Tage!

Am Abend des 4. Juli starteten wir also in den Dempster-Highway, eine ca. 800 km lange Naturstrasse nach Inuvik, in den North-West Territories Kanadas gelegen. Ihr findet diese Ortschaft nördöstlich von Dawson City

Diese Strecke ist eine breite, relativ gut unterhaltene Piste, die anfangs ziemlich intensiv von Wald gesäumt wird (Rottannen und Birken), manchmal auch nur von niedrigeren Sträuchern und im ersten Teil noch von recht hohen Bergen umgeben ist. Diese Strecke wird von Vielen als eintönig bezeichnet, sicher mit einer gewissen Berechtigung. Doch andererseits erstrecken sich diese Wälder und Berge so weit das Auge reicht, ohne irgend eine Siedlung oder andere Strassen. Solche Dimensionen finden wir nirgends in Europa, und diese weite Unendlichkeit fasziniert uns dann eben doch gewaltig. Wir stellten uns diese Fahrt im Winter vor, wenn alles weiss gefroren ist und die Tage doch kurz und vorwiegend dunkel sind – noch mehr Respekt einflössend, diese Natur!

Am Pistenrand blühen überall die „Fireweed“-Blumen – die Nationalpflanze des Yukons:

Es gibt auch noch andere farbige oder weiss-bauschige Blumen und Gräser, welche wie Wegweiser die Piste farbig einrahmen.

Unser Steinschlag-Abwehrgitter, das Karl zusammen mit Roger auf der Vancouver Island gebaut haben, ist nun auf diesen Naturstrassen voll im Einsatz und bewährt sich. Man kann bereits kleine Beulen im Gitter feststellen, die offensichtlich Steine abgehalten haben. Viele Reisende haben Defekte in ihren Windschutzscheiben zu beklagen, was wir hoffen, uns zu ersparen.

Gegen Norden hin geht dann die Baumvegetation deutlich zurück; sie wird locker und niedrig, und besonders genossen haben wir die Stellen, wo nur noch Tundra-Gebüsch oder –wiesen mal ganz andere Weitblicke vermitteln.

So sahen wir dann überall grössere Bäche oder kleinere Gerinnsel, kleine Seen, Flüsse, die sich durch die Tundra schlängeln, oder auch Tiere wären hier gut sichtbar, sofern sie sich in so offenem Gelände bewegen mögen.

Der „Red Creek“ (roter Bach) war ein malerischer Farbtupfer in dieser doch farblich nicht sehr verwöhnten Gegend. Dieses Wasser enthält Schwefel sowie Eisenoxyd-Substanzen. Das geschieht dadurch, indem das Wasser gewisse Sedimente durchfliesst, von denen es Bestandteile in sich auf nimmt und das ganze Flussbett rot-orange färbt.

Bei 66°33‘ nördlicher Breite überschreitet man den Polarkreis:

Der Permafrost spielt hier eine für uns unvorstellbar wichtige Rolle, v.a. beim Pistenbau. Der Fahrweg liegt relativ hoch auf einem Damm und basiert ab einer gewissen nördlichen Breite nur noch auf immer gefrorenem Grund = Permafrost, der um jeden Preis erhalten werden muss und auch im Sommer nicht absacken darf. Dieser wird ausreichend „abisoliert“, also nach oben und seitlich mit Steinen und Erde überdeckt, bis dann endlich der Fahrbelag auf einem recht erhöhten Damm aufgebracht und immer wieder maschinell ausgeebnet wird, denn die Hälfte des Belages hängt ja nach Regenwetter sowieso an den Fahrzeugen!!


Strassenbau in Permafrost-Zonen findet somit auch nur im Winter statt.

Bei 67 Grad nördlicher Breite hört das Yukon-Territorium auf, und man betritt die Northwest Territories.

Wir haben kleinere Tages-Etappen eingeplant und unglaublich viel herum getratscht auf dem Dempster Highway:

Kaum plauderten wir mit einem Zürcher-Paar bei einem „View Point“, fuhr doch gleich der nächste Zürcher ein – alle voneinander unabhängig verbrachten wir einen fast abendfüllenden lustigen Apéro zusammen mit Gruppenbild am nächsten Morgen!

Auch am nächsten Tag trafen wir noch 3 uns entgegen kommende Schweizer Fahrzeuge, mit denen natürlich auch wieder geplaudert wurde. Sooo klein ist die Schweiz, aber sie sind (fast) alle auf Reisen!

Am nächsten Tag fuhren uns Tina und Werner mit LKW „Sally“ entgegen (Reisebegleiter s. Reisebericht von März 2015), zusammen mit einem (was wohl anderes als ein) Zürcher-Mercedes Sprinter! Zusammen verbrachten wir einen fröhlichen Abend mit Mitternachtssonne und Fische-Grillen an einem Fluss:

Dann folgten die beiden Flussfähren über den Peel- und Mackenzie River (im Winter Durchfahrt auf dem Eis).

Inuvik /Northwest Territories = NWT / CANADA befindet sich bei ca. 68° nördl.Breite, auf ca. 30 m.ü.M. und hat3‘500 Einwohner. Wir erreichten dieses Ziel nach 4 Tagen (ca. 800 km) – viele Reisende schaffen das in 2 – 3 Tagen. die Strasse hört hier auf, wird aber noch 137 km weiter gebaut werden, wie gesagt aber nur im Winter. Bis dahin ist ausschliesslich in dieser Jahreszeit auf einer Eisstrasse der Vorstoss auf dem Landweg zum arktischen Meer möglich.
Das Wahrzeichen dieser nördlichen Stadt ist die Iglu-förmige Kirche (katholisch). Die Bewohner haben einen deutlichen Eskimo- und/oder Indianer-Einschlag und wirken eher verschlossen.

Nach einem Tag Aufenthalt in dieser nördlichen Stadt und Unterhaltsarbeiten am „Bär“ (leider schlechtes Wetter und keine Mitternachtssonne) ging’s am 10. Juli wieder südwärts, den Dempster Highway zurück, doch auch für diese Rückfahrt lagen wieder Verzögerungen auf dem Weg: Nach ca. einer Stunde Fahrt kam uns um 13.30 Uhr der „Mogli-Duro“ mit Anita und Roger entgegen (vgl. 10. Reisebericht!). Bei Tee und den letzten Wernli-Schokowaffeln sassen wir 5 Stunden lang im „Duro-Bär“ und hatten uns viel zu erzählen. Während sie nachher Inuvik ansteuerten, fuhren wir noch etwas weiter Richtung Süden, vorbei am kleinen Dorf „Mc Pherson“.

Doch der „nächste Streich folgt sogleich“: Bei der 2. Fähre über den Peel River war endgültig Fahrschluss bei „Road closed“: Baumaschinen räumten vom Regen entwurzelte Bäume aus dem Weg und Wasser und waren daran, eine neue Fähr-Rampe zu bauen.

Wir drehten um und suchten uns einen verfrühten Uebernachtungsplatz – was blieb uns anderes übrig als warten? Am nächsten Morgen nahm die Flussfähre ihre Fahrten aber wieder auf.

Selbst auf dem langen Dempster Highway mit wenig Versorgung trifft man sogar einzelne Velofahrer – einfach unglaublich, was die sich da antun….

An Tieren haben wir doch einige gesehen, aber nur von weitem. Einzig die Adler und ein Polar-Fuchs hatten kurz Zeit für einen Phototermin,

eine Elch-Kuh, Wildschafe, 2 Schwarzbären sowie flinke Hasen und Eichhörnchen suchten das Weite. Ein mittelgrosses Tier konnten wir schwer identifizieren, weil zu weit weg. Wir hätten es am ehesten als einen „Mountain Lion“ bezeichnet, für einen Luchs war es nämlich zu gross, aber es hatte keine lange Schnauze, sondern ein katzenartiges Gesicht.

Nach ca. 1600 km sind wir nach 10 Tagen wieder in Dawson City eingetroffen. Nun geht es aber wirklich definitiv zur Alaska-Grenze, über welchen amerikanischen Staat wir Euch mit der nächsten Reise-Zusammenfassung berichten werden.